multi

funktionales

Abstütz

system

Multifunktionales Abstützsystem (mfAs)

Bauteile und Bauwerke können durch verschiedene äußere Einwirkungen in ihrer Tragfähigkeit bzw. Standfestigkeit beeinträchtigt werden:

  • Ausheben einer zu tiefen Baugrube ohne Unterfangen bestehender Gebäude
  • Unterspülungen von Fundamenten nach Rohrbrüchen
  • Schwächung der Tragfähigkeit durch Brandeinwirkung
  • Formänderung tragender Konstruktionsteile durch Erwärmung bei Brandeinwirkung
  • Überlastung von Bauteilen durch Anhäufung von Brandschutt, Aufprall einstürzender Decken, Wände, Dachkonstruktionen
  • Gewichtszunahme durch Wasseraufnahme oder Druck auf Wände durch Volumenvergrößerung beim Löschen quellfähiger Güter
  • Unzureichende Absteifung bei Bauarbeiten
  • Mangelhafte Bauausführung
  • Unsachgemäße Abbrucharbeiten
  • Windeinwirkung auf freistehende Bauteile
  • Anpralllasten durch Fahrzeuge
  • Schwingungsbeanspruchung durch unrichtig gelagerte Maschinen
  • Erdbeben

Dabei kann es zu Teil- oder vollkommenen Zusammenbruch des Bauwerks kommen. Zur Sicherung der einsturzgefährdeten Konstruktionen wird in der Regel das THW gerufen.

Zur Bewerkstelligung dieser Maßnahmen wendet man unterschiedliche Methoden an. Sie unterscheiden sich grundsätzlich in vier Arten und sind von der jeweiligen Schadenslage abhängig. Wir unterscheiden zwischen der lotrechten Abstützung (Joch), der waagrechten Abstützung (Bocksprengwerk), der diagonalen Abstützung (Strebstütze) und den Sondermaßnahmen (z. B. Absichern von Wandteilen mit Seilverspannungen).
Ende der achtziger Jahre wurden wir mit mehreren bautechnischen Sicherungsmaßnahmen konfrontiert. Aus den gemachten Erfahrungen ergab sich für uns, dass wir unseren Holzvorrat erheblich aufstocken, die entsprechenden logistischen Maßnahmen ergreifen und das wir standardisierte Baumethoden einführen müssen.

Mit der Einführung der Rüst-DV waren die Maßnahmen zu den vorgenannten Erfahrungen abgeschlossen und einsatzbereit. In verschiedenen Einsätzen wurde das System angewandt und hat sich bewährt. Ergänzend hierzu wurde noch ein Satz Stahlsprießen angeschafft.

Andere Ortsverbände, die mit den gleichen Problemen konfrontiert wurden, haben die Holzmethoden dahingehend weiter entwickelt, in dem sie Bauteile vorgefertigt haben, um diese im Einsatzfalle aneinander zu fügen um somit Zeit zu sparen.

Der Einsatz von Holz bei Abstützungen ist jedoch auch mit einer Reihe von Nachteilen verbunden. Hierzu gehören:

  • das Holz schwer ist
  • das Holz sich verziehen oder reißen kann
  • das Holz nicht alterungsbeständig ist (Verlust der Tragkraft)
  • das Holz kein Rohstoff ist der unbegrenzt zur Verfügung steht
  • das Holz mittlerweile teuer ist

Hinzu kommt, dass beim Einsatz von Holz entsprechende Transportkomponenten erforderlich sind, dass beim Aufstellen von höheren Konstruktionen (> 5,0 Meter) Kranunterstützung notwendig ist und der Bedarf an Platz zur Lagerung nicht unerheblich ist.
Ganz davon abgesehen ist bei der Verwendung von vorgefertigten Teilen aus Holz nach jedem Einsatz eine Aufarbeitung oder gar eine Neuanfertigung von Bauteilen erforderlich macht.

Aus all den Überlegungen heraus haben wir eine Lösung gesucht, die eine Antwort in Form einer innovativen Lösung gibt.

Wir verwenden ein konventionelles System aus dem Schalungsbau, dessen Bauteile vorwiegend aus Aluminium sind. Kernstück des Systems ist die MULTIPROP Stütze, die aus einem patentierten Profil hergestellt ist und eine bauauf-sichtliche Zulassung hat. Die MULTIPROP Stützen sind in 5 Längen lieferbar, wobei in unserem Satz nur die Stützen MP 120, MP 250 und MP 625 Anwendung finden.

Für den Einsatz des Systems MULTIPROP als Abstützsystem bei bautechnischen Sicherungsmaßnahmen sprechen 7 Punkte:

KRÄFTESPAREND

Da die wesentlichen Bauteile aus Aluminium gefertigt sind, wird für den Aufbau nur ein Minimalaufwand an Helfern benötigt (Mannschaftsstärke 1/8). Hinzu kommt, dass durch die Aufbauhilfen (Dreibein) keine Helfer für das Halten abgestellt werden müssen.

ZEITSPAREND

Alle Bauteile sind ohne einen vorangeschalteten Bearbeitungsgang sofort montierbar. Für die Montage werden nur 3 Werkzeuge benötigt.

MATERIALSPAREND

Durch die hohe Aufnahme von Lasten der Einzelstützen (bis 90kN) ist für eine Sicherungsmaßnahme wesentlich weniger Material erforderlich.

SICHER

Alle Bauteile und auch die Bauweisen sind typgeprüft und damit statisch berechnet und sicher.

PLATZ SPAREND

Durch die geringen Gewichte und die verhältnismäßig kleinen Bauteile findet ein Rüstsatz für eine Erstmaßnahme Platz auf einem Palettenträger (4,30 m lang). Aufwendige Lagerflächen für ein vergleichbares Maß an Holz entfällt.

ÖKOLOGISCH

Durch die nahezu unbegrenzte Wiederverwendbarkeit des Material wird der Wald und somit die Umwelt geschont.

ÖKONOMISCH

In einem Einsatzfall kann das verbaute Material an der Einsatzstelle so lange verbleiben wie notwendig. Das eingebaute Material wird auf Mietbasis verrechnet. Das Ersatzmaterial zum Auffüllen des Rüstsatzes wird aus einem Lager des Herstellers, welche über Deutschland verteilt sind, wieder herangeführt. Somit ist in kürzester Zeit die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt. Bei größeren Abstützungsmaßnahmen, wo das vorhandene Material nicht ausreichend ist, kann durch Heranführung von weiterem Material aus einem Firmenlager ergänzt werden.

Wolfgang Reuber

Ausbildung am System

 

Verschiedenes

Vorstellung des Systems bei der 50-Jahrfeier
Versuchsaufbauten des Schrägsystem
Lehrvorführung bei der BF Frankfurt
Abstützsatz, verlastet
Schrägabstützung aufgebaut
 

Einsätze

Usingen-Eschbach (2014)
Usingen-Eschbach (2014)
Usingen-Kransberg (2014)
Bad Homburg (2013)
Bad Homburg (2013)
Bad Homburg (2010)
Friedrichsdorf (2010)
Flörsheim-Wicker (2010)
Echzell-Gettenau (2008)
Bad Homburg (2006)
Friedrichsdorf - Köppern (2005)
Bad Homburg (2005)
Königstein-Falkenstein (2005)
Oberursel (2005)
Glashütten-Schloßborn (2004)
Friedrichsdorf-Burgholzhausen (2002)