Usingen-Kransberg, 28.03.2014

Einsturzgefahr im Schloss Kransberg nach Brand

Am Freitag, dem 28.03.2014 wurde das Technische Hilfswerk OV Bad Homburg um 19:45 Uhr zu einer dringenden technischen Hilfeleistung nach Usingen-Kransberg gerufen. Die Anforderung erfolgte durch die Feuerwehr Usingen.

Schadenslage und Objekt

Bei dem betroffenen Objekt handelt es sich um das denkmalgeschützte Schloss Kransberg. Das Schloss wurde vor einiger Zeit von einem privaten Unternehmer gekauft und wird derzeit saniert. Beim Anfeuern des Kamins im ersten Stock des alten Gebäudes kam es allerdings zu einem Kaminbrand, der sich rasch auf den Boden ausbreitete. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell eindämmen, trotzdem wurden Querbalken im Boden durch den Brand stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Feuer zerstörte drei der Balken, sodass sie keine Auflage mehr auf einer tragenden Wand hatten und frei in der Luft hingen. Hinzu kam, dass die Feuerwehr einen Teil des Lehmbodens öffnen musste, um Glutnester ausfindig und unschädlich zu machen. Damit die Feuerwehr gefahrlos im ersten Stock arbeiten konnte, musste die Konstruktion vom Erdgeschoss aus abgestützt werden.

Einsatzkräfte

Folgende Fahrzeuge und Einsatzkräfte kamen zum Einsatz:

 

GKW 2 + RüCo0/2/2/4
FüKW1/1/0/2
GKW 10/2/3/5
LKW-K 9t + Anh. Transp. (mfAs)0/2/0/2
Innendienst0/2/0/2
Gesamt15

Erste Maßnahmen

Beim Eintreffen der THW-Einheiten an der Einsatzstelle hatte die Feuerwehr bereits zwei Bausprießen als provisorische Abstützung eingezogen.

Vom THW wurden zunächst Teile der Zwischendecke im Erdgeschoss entfernt, sodass das multifunktionale Abstützsystem (mfAs) danach problemlos eingebaut werden konnte. Sofort nach Eintreffen des Stützenmaterials wurde mit dem Verbauen begonnen. Die Bausprießen der Feuerwehr wurden zunächst durch Stützen des multifunktionalen Abstützsystems des THW ersetzt.

Weitere Maßnahmen

Für die Sicherung der drei Balken wurde anschließend ein Doppelschwelljoch aus Multipropstützen und -rahmen aufgebaut. Dieses wurde direkt unter den Balken angebracht und auf Spannung gebracht, sodass die Balken fest auf dem Doppelschwelljoch auflagen.

Im Anschluss daran konnte die Feuerwehr nach weiteren Glutnestern im ersten Stock suchen. Nachdem diese Arbeiten beendet waren, verschloss das THW das entstandene Loch im Boden mit Bohlen, um der Feuerwehr sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Mit Abschluss dieser Arbeiten konnte der Einsatz für das THW beendet werden.

Schlussbetrachtung

Der Einsatz ging nach gut 6 Stunden gegen 02:00 erfolgreich zu Ende. Es hat sich auch hierbei wieder gezeigt, dass unser spezielles, für das THW unübliches, Abstützsystem viel Zeit spart und durch seine Wiederverwendbarkeit sowohl Materialkosten senkt als auch dem Anforderer Geld erspart.

Text: Tobias Schnopp

Fotos: Tobias Schnopp

Taunus-Zeitung: Schwelbrand im Schloss Kransberg


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