Bad Homburg, 01.06.2005, von Wolfgang Reuber

Multifunktionales Abstützsystem (mfAs) - jetzt auch als Schrägabstützung möglich

Im Herbst 2000 entdeckten wir auf einer Baustelle in Bad Homburg eine gelbe Bauspriese, die zur Aufnahme der Deckenschalung eingesetzt war. Es kam bei uns die Überlegung auf, dass dies ein Ersatz, aber zumindestens eine Ergänzung für unser bisheriges holzgebundene Abstützsystem ist.

Nach der Kontaktaufnahme mit dem Hersteller (PERI) im November 2000 und 2 Erprobungen im Februar 2001 wurde das System beschafft und unter dem Namen "multifunktionales Abstützsystem ( mfAs ) im Mai 2001 bei uns in Dienst gestellt. Lotrechte und waagerechte Abstützungen, mit hoher Lastaufnahme, waren somit problemlos durchführbar.

Zahlreiche Ausbildungsveranstaltungen wurden nach Einführung mit dem System durchgeführt.

Ende des Jahres 2002 kam das System erstmalig bei einem realen Schadensfall erfolgreich zum Einsatz. Außerdem erfolgte die Ergänzung mit weiteren Bauteilen.

Nun ist es endlich so weit!

Die noch fehlende Abstützvariante, die Schrägstütze (diagonal), ist durch die Entwicklung des "MP-Schrägsystem" jetzt möglich.

Der Aufbau der Schrägabstützung erfolgt unter der Verwendung der bereits vorhanden Bauelemente wie die Multipropstütze (MP) und dem Multiproprahmen (MRK).

Basis zur Aufnahme der speziell entwickelten Sonder-Anschlusselemente, die mit der Multipropstütze beidseitig verschraubt werden, dient ein Stahlriegelsystem (SRU) aus dem Bereich Verkehrswegebau. Das Stahlriegelsystem wird sowohl als Treiblade* wie als Streichbalken* verwendet. Die Kopplung des SRU erfolgt mit einer Universalkupplung (UK70).

* Begriffsbestimmung beim Bau von Stützböcken aus Holz

Die Stütze (MP) kann sowohl unter 45° wie auch unter 60° eingebaut werden. Zur Erhöhung der Lastaufnahme werden alle Stützen mit Rahmen (MRK) verbunden. Die Tragkraft der Stützen liegt beim lotrechten Einbau, je nach Stützenlänge, bei bis zu 90 kN. Dieser Wert kann je nach Anzahl und Anordnung der Rahmen, auch bei größeren Höhen, erreicht werden. Beim Einsatz als Schrägstütze muss man von einer Reduzierung der Lastaufnahme von ca. 30 % ausgehen.

Zur Verankerung der Stützböcke müssen entsprechende Bodenverankerung, je nach Bodenverhältnisse, gesetzt werden (z.B. Erdnägel).

Nach den gewonnenen Erkenntnissen aus dem Probeaufbau erfolgt nun die genaue Berechnungen, wie die Auswahl der Rahmenlängen (MRK) im Zusammenhang mit der Stützenanordnung (MP) sowie die Länge der Stahlriegel (SRU). Außerdem wird ein entsprechendes Verankerungssystem zur Aufnahme der auftreibenden Kräfte ausgewählt.

Weitere Versuchsaufbauten werden folgen.


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