Kelkheim-Fischbach, 04.07.2018, von Tobias König

Großbrand auf Reiterhof – THW unterstützt bei Brandbekämpfung

Am Mittwoch, den 04.07.2018 wurde das THW Bad Homburg zusammen mit weiteren Ortsverbänden gegen 15:45 Uhr zu einem Großbrand auf dem Rettershof in Kelkheim angefordert. Dies ist für den OV Bad Homburg bereits der dritte Großeinsatz innerhalb von nicht einmal einer Woche. Die Anforderung erfolgte durch die Feuerwehr Kelkheim über den Zugtrupp (ZTr) des THW OV Hofheim. Aufgabe des THW war die Unterstützung der Löscharbeiten durch Abstütz- und Beräumungsmaßnahmen, sowie Fachberatung.

Foto: THW / Holger Hohmann

Lage

Gegen 01:30 Uhr am frühen Morgen des Mittwoch brach im Heuboden des Rettershofes aus bisher ungeklärter Ursache ein Feuer aus. Es handelte sich dabei um ein zweistöckiges Gebäude (Stallungen im Erdgeschoss, Heuboden im Obergeschoss, Dachstuhl). Das Gebäude stand im Vollbrand und das Feuer drohte auf angrenzende Gebäude überzugreifen. Die Feuerwehr konnte das Übergreifen jedoch verhindern. Der Dachstuhl des betroffenen Gebäudes stürzte ein.

Da im betroffenen Objekt mehrere hundert Kubikmeter Stroh gelagert waren, gestalteten sich die Löschmaßnahmen sehr schwierig. Ein Ablöschen der Massen an Stroh war im Gebäude wegen der Einsturzgefahr nicht möglich. Das Stroh schwelte innerlich, sodass ein Auseinanderziehen notwendig war. Hierzu musste das Brandgut aus dem Gebäude entfernt werden.

Aus dem Einsatz heraus ergaben sich zudem folgende Einsatzoptionen für das THW:

·         Betreiben Zugbefehlsstelle zum Führen der THW-Einheiten,

·         Unterstützung von Löscharbeiten,

·         Ablöschen von Glutnestern,

·         Unterstützung der Einsatzleitung durch Fach- und Baufachberater

·         Transport von Brandgut zu einem eingerichteten Ablöschplatz

·         Niederlegen oder Abstützen von angeschlagenen Gebäudeteilen

·         Kraftstofflogistik

Einsatzkräfte

Gegen 15:45 wurde zunächst die FGr Räumen angefordert, um beim Auseinanderziehen und Transportieren des Strohs zu unterstützen. Gegen 19:00 Uhr am Abend wurden weitere Teileinheiten zur Unterstützung alarmiert. Folgende Einsatzkräfte und Fahrzeuge kamen zum Einsatz:

LKW K 9t1/1/1//3
BRmG0/0/1//1
GKW 20/3/4//7
MTW OV1/0/0//1
FüKW0/2/1//3
Innendienst0/0/2//2
Gesamt2/6/9//17

Weitere Einsatzkräfte:

THW OV Frankfurt (FGr Bel), THW OV Friedberg (B1 / FGr Log M), THW OV Groß-Gerau (FGr R), THW OV Hofheim (gesamt), THW OV Idstein (B1 / FGr Bel), THW OV Offenbach (FGr R / ZTr), THW OV Seligenstadt (B1), diverse Feuerwehren des Main-Taunus-Kreises, Polizei, Malteser Main-Taunus

Maßnahmen

Die Fachgruppe Räumen unterstützte die Feuerwehr zunächst beim Schaffen von Zufahrtswegen zum Brandobjekt für einen Bagger einer Deponie, damit das Stroh aus dem Gebäude entfernt werden konnte. Anschließen wurden Trümmer beräumt. Mit Beginn der Beräumung des Heubodens transportierte die Fachgruppe Räumen das brennende Stroh mit dem Kipper zum Ablöschplatz, der etwa 800m entfernt auf einem Stoppelacker eingerichtet wurde. Unterstützt wurden sie dabei durch die FGr Räumen aus Offenbach und Groß-Gerau. Das BRmG wurde nach der Trümmerberäumung auf dem Ablöschplatz zum Auseinanderziehen des Strohs eingesetzt und löste dort den Teleskopstapler des OV Hofheim ab.

Am Abend wurden weitere Helfer alarmiert, die die Helfer vor Ort ablösen sollten. Vor allem die Kameraden aus Hofheim waren zu diesem Zeitpunkt bereits weit über 15 Stunden im Einsatz. Eine Bergungsgruppe des OV Bad Homburg führte Beräumungs- und Abstützarbeiten durch. Des Weiteren wurde der Hofheimer Zugtrupp durch Helfer aus Bad Homburg abgelöst. Gemeinsam mit einem Hofheimer Kameraden wurde der Zugtrupp die ganze Nacht weiter betrieben. Aufgabe war die Führung aller THW-Einheiten im Einsatz und die Unterstützung der Einsatzleitung der Feuerwehr. Auch ein Baufachberater des OV Bad Homburg unterstützte die Einsatzleitung beim erforderlichen Abtragen von Gebäudeteilen und der Einschätzung der Gebäudestatik.

Die ganze Nacht über wurde Stroh aus dem Brandobjekt entfernt und auf dem Ablöschplatz auseinandergezogen. Um an das Stroh im Gebäude heran zu kommen und wegen der erhöhten Einsturzgefahr, war es notwendig, das Gebäude teilweise einzureißen. Das Obergeschoss musste komplett eingerissen werden, das Erdgeschoss zum Teil, da das brennende Stroh teilweise in das Erdgeschoss durchgebrochen war.

Am Morgen des 05.07.2018 wurden die Helfer der FGr Räumen durch Kameraden aus Groß-Gerau abgelöst. Das BRmG blieb zunächst vor Ort. Der Bad Homburger / Hofheimer Zugtrupp wurde durch den Zugtrupp aus Offenbach abgelöst.

Am Nachmittag kam noch einmal ein Bad Homburger BRmG-Fahrer zum Einsatz.

Schlussbetrachtung

Erst nach gut 40 Stunden nach Ausbruch des Brandes konnte durch die Feuerwehr die Meldung „Feuer aus“ gegeben werden.

Der Einsatz endete für die THW Einheiten gegen 17:30 Uhr am 05.07.2018. Insgesamt kamen Fachgruppen und Helfer aus 8 THW Ortsverbänden zum Einsatz.

Die Größe des Einsatzes und die hohen Anforderungen an den Einsatz von schwerem technischem Gerät zeigen aber auch hier, dass das THW ein guter und zuverlässiger Partner für die Feuerwehr ist. Die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Organisationen war hervorragend.


  • Foto: THW / Holger Hohmann

  • Foto: THW / Holger Hohmann

  • Foto: THW / Holger Hohmann

  • Foto: THW Bad Homburg

  • Foto: THW Bad Homburg

  • Foto: THW / Holger Hohmann

  • Foto: THW / Holger Hohmann

  • Foto: THW Offenbach

  • Foto: THW Offenbach

  • Foto: THW Offenbach

  • Foto: THW Offenbach

  • Foto: THW Offenbach

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