Eschborn, 18.11.2017, von Tobias Heldmann

Erkunden, Suchen, Retten, Führen – Übung des Ortsverbands auf dem Katastrophenschutzübungsplatz

Den Ausbildungsdienst am Samstag, den 18.11.2017 nutzten die Einsatzkräfte des Ortsverbands zu einer verlagerten Übung aller Einheiten. Diese erhielten jeweils (fach-) gruppenspezifische Aufträge. Übungsziel war es, den Ausbildungsstand der einzelnen Einheiten zu erfassen sowie die verschiedenen Rettungsmethoden des Technischen Zuges (TZ) realitätsnah anzuwenden. Im Bereich Führung wurde insbesondere auf ordnungsgemäßen und vollständigen Ablauf des Kommunikationsvorgangs geachtet. Hier war es also wichtig, dass die Informationen der unmittelbar vor Ort eingesetzten Kräfte möglichst verlustfrei bei Gruppen- und Zugführer ankamen.

Unmittelbar nach dem Frühstück rückten Zugtrupp und die Bergungsgruppen vom Ortsverband aus nach Eschborn zum dortigen Katastrophenschutzübungsplatz (KÜP) ab. Angenommenes Szenario war eine Gasexplosion mit mehreren verletzen und vermissten Personen. Für die Fachgruppe Infrastruktur (FGr I) lautete der Einsatzauftrag Aufbau und Betrieb eines Bereitstellungsraums für die eingesetzten Kräfte mit Verpflegungsausgabe und sanitären Einrichtungen. Aufgrund der hierfür erforderlichen Ladearbeiten rückte die FGr I später als die Bergungsgruppen aus. Ebenfalls in die Übung involviert war die Fachgruppe Führung und Kommunikation (FGr FK), die neben dem TZ aus Bad Homburg weitere, fiktive, Einheiten in einem Szenario führen musste. Zur Übungsvorbereitung vorausgefahren war die Jugendgruppe, die Verletztendarsteller für die Übung zur Verfügung stellte, sowie die Fachgruppe Räumen (FGr R) mit Bergungsräumgerät (BRmG) und Lkw Kipper.

Der FGr R war es auch zu verdanken, dass schon bei Eintreffen des Zugtrupps und der Bergungsgruppen vor dem Übungsgelände das erste Hindernis zu überwinden war. Die Zufahrt war durch tonnenschwere Betonteile blockiert. Diese wurden mit der Seilwinde des Gerätekraftwagen 1 (GKW 1) durch die erste Bergungsgruppe (B1) zur Seite gezogen. Parallel dazu begann die zweite Bergungsgruppe (B2) mit der Erkundung der Schadenstelle. Nach Mitteilung des Erkundungsergebnisses durch den Gruppenführer an den Zugführer wurde die Einsatzstelle in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Jedem Abschnitt wurde eine Bergungsgruppe zugewiesen, die vom Zugtrupp (Ztr) aus geführt wurden. Einsatzauftrag der beiden Bergungsgruppen war jeweils die Erstversorgung der aufgefundenen Personen sowie ihre Rettung aus der Schadenstelle und schließlich die Übergabe an den Rettungsdienst. Dabei musste priorisiert werden, da einerseits zu erfassen war, ob und wie schwer die einzelnen Personen verletzt waren, andererseits aber auch zu berücksichtigen war, wie einfach oder kompliziert sich die Rettung dieser gestalten würde. Einige der Personen waren nämlich verschüttet und unter Trümmern nur schwer zugänglich. Währenddessen baute die FGr I den Bereitstellungsraum auf und die FGr FK richtete ihre Führungsstelle ein. Die FGr R übte sich im Umgang mit dem BRmG und dem Gespann, bestehend aus Lkw-Kipper und Tieflader.

Um die Mittagszeit konnte das erste Übungsszenario erfolgreich abgeschlossen werden. Diesem schloss sich ein weiteres an, in dem die gewonnenen Erkenntnisse aus dem ersten Szenario direkt umgesetzt werden konnten. Nach Beendigung auch dieser Übungsaufgabe verlegten die Einsatzkräfte zurück in den Ortsverband und beendeten den Dienst mit Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft sowie einer Nachbesprechung der Übung.

Insgesamt hat diese anschaulich die Leistungsfähigkeit der Einheiten des TZ und der FGr FK gezeigt und eine Grundlage für die thematische Ausrichtung der Fachausbildung im nächsten Jahr geschaffen. Abschließend ist allen an der Übung beteiligten Einsatzkräften sowie der Küchenmannschaft, ganz besonders aber den Verletztendarstellern aus den THW-Jugendgruppen aus Seligenstadt und Bad Homburg für ihr Engagement und ihre Motivation zu danken.


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