Unterbaumaterial

Das Unterbauen von Lasten, im Rahmen von Bergungsmaßnahmen dient dem

  • Schutz der eingesetzten Helfer,
  • Schutz von möglichen verschütteten Personen ( z. B. Nachrutschen von Trümmerteilen),
  • Schutz von eingeklemmten Personen ( z. B. unkontrollierte Bewegung der Last),

aber auch zum Sichern von Lasten, gleich welcher Art, die sich durch Eintritt eines Schadenereignisses in einer instabilen Lage befinden.

Ein Unterbau für Lasten

  • muss die notwendige Stabilität aufweisen um die Last aufzunehmen,
  • muss einfach und schnell zu Errichten sein,
  • darf nicht verrutschen,
  • sollte möglichst in kleinen Baustufen vorhanden sein,
  • sollte maßlich abgestimmt sein,
  • sollte sinnvollerweise, möglichst wenig Stauraum auf dem Einsatzfahrzeug benötigen.

Im Technischen Zug (1. BGr und 2. BGr), sind eine Reihe von Geräten vorhanden, die dazu dienen Lasten anzuheben. Jedoch das vorgesehene Material für den Unterbau ist stiefmütterlich ausgefallen.

Die STAN benennt hierzu im Anlagenblatt 9999T22047 (9999T23043) folgendes Material:

  • Bohle, Fichte, 2000 x 220 x 50 mm (6) - nur 9999T22047
  • Kantholz, Fichte, 2000 x 120 x 160 mm (4) - nur 9999T22047
  • Keil, Hartholz, 400 x 80 mm (4)
  • Unterlegplatte, Hartholz, 200 x 200 x 100 mm (2)
  • Unterlegplatte, Hartholz, 200 x 200 x 100 mm (2)

Wobei die ersten beiden Positionen eher ihren Einsatz in Verbindung mit den Windenstützen als Schwelle und Unterzug finden. Die restlichen 3 Positionen ist das gesamte vorgesehene Unterbaumaterial. Wenn man bedenkt, dass der GKW I alleine 3 verschiedene Ausstattungssätze zum Heben von Lasten (Hebekissen, Hebe-/Pressgerät 150 kN, Winde 100 kN) in seiner Ausstattung beinhaltet, sind 4 Keile und 4 Unterlegplatte absolut unzureichend.

Die weit verbreitete Meinung "Unterbaumaterial wird an der Einsatzstelle zugeschnitten" ist nicht nur unprofessionell, sondern auch unrealistisch, da in aller Regel nicht mit dem Ausrücken von einem GKW I oder GKW II, gleich Holz für den Zuschnitt von Unterbaumaterial, mitgeführt wird.

Um eine befriedigende Lösung für dieses Thema zu erreichen, wurde eine Mischung von industriell gefertigten Unterbausystemen und eines Eigenbausystems eingeführt.

1.)Unterlegblock PE - Im Jahre 1995 sind wir auf ein Unterbausystem (Abb. 02) der Firma FSE (wird heute von der Fa. Ziegler vertrieben) gestoßen. Es handelt sich hierbei um Blocks (230 x 230 mm) aus 100% recycletem Kunststoff mit einer Belastbarkeit von 100 kg/cm².
Nach eingehenden Tests haben wir insgesamt 20 Blocks beschafft ( 8x 25 mm, 8x 50 mm und 4x 75 mm). Sie wurden bis 2004 in Verbindung mit Bohlen und Keile eingesetzt.
2.)Unterschiebeblock - In Ergänzung zu den voran beschriebenen Blocks wurden 4 Unterschiebeblocks (Weber-Hydraulik) (Abb. 03) beschafft. Die eigentliche Einsatzverwendung der Schiebeblocks (Abb. 04) ist die Stabilisierung von verunfallten Fahrzeugen, aus denen Personen, durch mechanische Rettungsmaßnahmen befreit werden müssen. Auf Grund der hohen Belastbarkeit (250 kg/cm²) und der Möglichkeit der stufenlosen Zuführung der Schiebeplatten (jeweils 20 mm ist ein sicheres Anheben bis zu einer Höhe von 300 mm möglich. Von hier aus kann nun mit dem unter 3. beschriebenen System, beim weiteren Anheben der Last, gesichert werden.
3.)Eigenbausystem - In einem 3. Schritt wurden nun ein Unterbausystem, wie es bei der BF Düsseldorf Anwendung findet, eingeführt. Es handelt sich hierbei um Weichholzklötze und -keile (Abb. 05), in einer Dimension von 100 x 100 mm und 500 mm lang. Hierzu wurde der GKW I mit 9 Kanthölzer und 6 Keile bestückt. Der GKW II hingegen wurde mit 12 Kanthölzer und 8 Keilen (Abb. 06) bestückt. Für den 2. Abmarsch steht weiteres Unterbaumaterial, wie zuvor beschrieben, zur Verfügung. Die Sätze auf GKW I und II sind jeweils in den Behältnissen, die für Ölbindemittel vorgesehen waren, untergebracht.

Die Bohrungen an den Enden dienen, in Verbindung mit einer Durchzugsnadel, zum Platzieren und Entfernen der Hölzer.

Auf den Abb. 07, 08 und 09 sind verschiedene Anwendungen mit dem Unterbausystem (in Verbindung mit dem Hebekissen und als Abstützgrippe im Zweier- bzw. Dreierverband) dargestellt.

Fazit: Durch die Einführung von Unterbausystemen, die maßlich aufeinander abgestimmt sind, ist ein flexibler Einsatz, unter Verwendung von Unterbaumaterial, der verschiedenen Einsatzfahrzeugen möglich.

 

Text:Wolfgang Reuber
Quellen:Fire Safety Equipment LTD. - Nottingham (FSE)
 Ziegler - Giengen
 Weber-Hydraulik - Güglingen
 Technische Hilfeleistung bei Busunfällen (Cimolino)
 STAN THW
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 7
Abb. 8
Abb. 9