Bad Homburg / Heldenbergen 18.06.2005

Unfall mit Zug - 7. Ausbildungstag

m Rahmen des 7. Ausbildungstages wurde das Einsatzszenario, so wie es im Rahmen der Unterführerausbildung (5. Ausbildungstag) in der Theorie durchgesprochen wurde in der Praxis, an einer realen Bahnstrecke mit Hanglage, umgesetzt. Als Übungsort diente die Bahnstrecke zwischen Heldenbergen und Eichen. Da diese Strecke samstags und sonntags nicht befahren wird und von der Topografie, zumindest einseitig, der Bahnstrecke Oberursel / Bad Homburg entspricht, bot sie die entsprechenden Übungsvoraussetzungen.

4 Schwerpunkte wurden real durchgespielt:

  • Bau von Verkehrswegen für Rettungskräfte in Hanglagen
  • Transport von Gerät und Personen in Hanglagen über ein Rutschensystem
  • Ausleuchten von Einsatzstellen im Bahngleisbereich und deren Stromversorgung
  • Einsatz des Schienenwagens und der Arbeitsbühne im Gleisbereich

Für Erstmaßnahmen kann es unabdingbar sein, dass bei sehr steilen Hanglagen Auffanggurte und Sicherheitsseile in der Erstphase eingesetzt werden müssen, bevor andere geeignete Maßnahmen, wie in Folge beschrieben, ergriffen worden sind.

Bau von Verkehrswegen für Rettungskräfte in Hanglagen
Der Ausbildungs- und Übungsauftrag der 1. Gruppe lautete "Bau von Auf- und Abstiegshilfen an Bahndämmen" . Um die Gefahren durch Umknicken, Stolpern oder Stürzen an Böschungen von Bahnanlagen zu minimieren, können ei oder mehrere Steckleiterteil oder bei geringen Höhen auch Klappleitern als Auf- und Abstiegshilfe verwendet werden. Damit die Leitern beim Begehen nicht weg-rutschen, sind sie durch Leinen an geeigneter Stelle Bäume, Leitplanken oder auch Erdnägel, zu sichern. Zusätzliche, seitlich gespannte Leinen, ggf. an einge-schlagenen Absperrhaltern befestigt, können das Begehen der "Nottreppe" , auch mit einer getragenen Last erheblich sicherer machen.

Transport von Gerät und Personen in Hanglagen über ein Rutschensystem
Der Ausbildungs- und Übungsauftrag der 2. Gruppe lautete " Transport von schwerem Gerät, Verletzten und auch Toten über Hanglagen". Neben den schon genannten Leitern (Thema Verkehrswege) ist es hilfreich ein Universalrutschen-system (Patent angemeldet) einzusetzen. Bei dem Rutschensystem handelt es sich um Segmente aus Aluduettblech, die beweglich miteinander verbunden sind und oben und unten über Spangurte gespannt werden. Auf dem Rutschensystem wird eine Transportmulde hoch und runter bewegt. Für den Transport von Verletzten kann hier der Schleifkorb verwendet werden.

Ausleuchten von Einsatzstellen im Bahngleisbereich und deren Stromversorgung
Der Ausbildungs- und Übungsauftrag der FGr I lautete " Ausleuchten einer Einsatzstelle in Linienform unter Berücksichtigung der Besonderheiten bei Hang-lagen". Bei der Aufstellung von Halogenscheinwerfern in Hanglagen besteht immer die Gefahr der Blendwirkung für aufsteigende Einsatzkräfte. Weiterhin ist zu beachten, dass insbesondere bei mehrgleisiger Einsatzstelle es notwendig sein kann, dass die Kabel unter den Gleisen verlegt werden müssen. Hierzu kann bei im Schotterbett verlegten Schienen die Schotterfüllung unter den Schienen aus-zugraben und die entsprechende Leitung unter den Schienen verlegt werden. Werden mehrere Schwellenfächer benötigt, darf nur jedes zweite Schienenfach frei gemacht werden ( Gefahr der Schienenabsenkung/-verwerfung). Ein besonderes Augenmerk ist auf die Schutzmaßnahmen, wegen der zu erwartenden Kabellängen, zu werfen.

Einsatz des Schienenwagens und der Arbeitsbühne im Gleisbereich
Der Ausbildungs- und Übungsauftrag der FGr R lautete " Bau und Betrieb des Schienenwagens (und auch Arbeitsbühne) im Gleisbereich". Der mobile Schienenwagen, verlastet in vier Tragelasten, kann an jeder Stelle im intakten Gleisbereich aufgebaut und betrieben werden. Vielfältige Varianten, unter Einbeziehung der Materials für die Arbeitsbühne erlauben es, weit gehend alle Transportaufträge zu erledigen. Hierzu gehören der Gerätetransport, der Transport von bis zu 8 leicht- oder unverletzten Personen (sitzend), liegend zu transportierende Verletzten, auch auf 2 Ebenen, sowie ebenfalls auch Leichen. Da der Betrieb auch nachts möglich sein muss wird der Schienenwagen mit Handlampen ausgestattet. Beim Betrieb des Schienenwagens ist besonderst auf die Unfallgefahren durch Stolpern Ausrutschen oder evtl. Quetschungen bei Automatikweichen zu achten.

An allen 4 Ausbildungsstationen konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, die jetzt entsprechend in die Praxis umgesetzt werden.

Für die Unterstützung zur Durchführung dieser Ausbildungsveranstaltung geht mein besonderer Dank an Herrn Becker (Notfallmanager der DB AG).

Text: Wolfgang Reuber

Fotos: Daniel Krebs

Bildergalerie: "Unfall mit Zug - 7. Ausbildungstag"



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tdpl_18_06_05.pdf67 Ki