Oberursel/Friedrichsdorf, 02.01.2003

Maßnahmen nach sintflutartigen Regenfällen

Am 2. Januar 2003 wurde das Technische Hilfswerk Bad Homburg/Oberursel um 2101 Uhr alarmiert um die Feuerwehren des Hochtaunuskreises bei der Bekämpfung der Schäden zu unterstützen, die durch die sintflutartigen Regenfälle entstanden sind. Die Alarmierung erfolgte auf Weisung des KBI Hochtaunus. Auf Grund der Dimension der Schadenslage wurde für das THW Vollalarm ausgelöst und die AAO (Alarm- und Ausrückordnung) nicht berücksichtigt.

Einsatzkräfte und Einsatzaufträge

Dem THW wurden um 2114 Uhr durch die Leitstelle Hochtaunus folgende Einsatzstellen zugewiesen:

Einsatzbereich 01 - Oberursel, Neuhausstraße (E-Nr. 385)
Hier wurde der MLW 3t mit 0/1/4/ 5 um 2130 Uhr entsandt. Einsatzauftrag = Lenzen von Kellerräumen.

Einsatzbereich 02 - Oberursel, Robert-Kemper-Ring (E-Nr. 383)
Hier wurde der GKW1 mit 0/1/3/ 4 und der GKW2 mit 0/1/1/ 2 um 2157 Uhr entsandt. Einsatzauftrag = Lenzen von Kellerräumen.

Einsatzbereich 03 - Oberursel, Krebsmühle (E-Nr. 390)
Hier wurde das BRmG mit 0/0/1/ 1 und der LKW 8t beladen mit gefüllten Sandsäcken, palettiert, mit 0/1/2/ 3 um 2139 Uhr entsandt. Einsatzauftrag = Bereitstellung von Sandsäcken und Bergung von Fässern mit Chemikalien aus einen dort ansässigen Betrieb.

Einsatzbereich 04 - Friedrichsdorf-Burgholzhausen, Kurhessenstr. (E-Nr. 429)
Hier wurde der GKW1 plus Anhänger 3t und der LKW 8t mit gefüllten Sandsäcken, palettiert, entsandt.

Mit weiteren Kräften und zusätzlichem Gerät wurden die Einsatzstellen in einer zweiten Phase verstärkt. Insgesamt waren 24 Helfer mit 7 Fahrzeugen und einem Anhänger eingesetzt.

Getroffene Massnahmen

Einsatzbereich 01 = 3 Einsatzstellen
Die Kellerräume von drei Einfamilienhäuser wurden mit Tauchpumpen, Motorpumpe und Wasserstaubsauger gelenzt.

Die Maßnahmen waren um 2345 Uhr abgeschlossen. Danach erfolgte die Verlegung in den Einsatzbereich 02 zur Unterstützung der dort eingesetzten Kräfte.

Einsatzbereich 02 = 7 Einsatzstellen
Bei dieser Einsatzstelle handelt es sich um zwei betroffene Reihenhauskomplexe. Ein Komplex mit vier Häusern wurde von der Feuerwehr bearbeitet. Der zweite Komplex mit sieben Häusern wurde dem THW übertragen, wobei im ersten Haus bereits schon eine Tauchpumpe der Feuerwehr Oberursel eingesetzt war. Hier wurden die Kellerräume mittels 4 Tauchpumpen bzw. nach Verlegung des MLW 3t mit 6 Tauchpumpen und einer Motorpumpe gelenzt. Die zentrale Stromversorgung erfolgte über den GKW2.

Der GKW1 wurde nach Entladung der zwei Tauchpumpen sofort mit 0/0/2/ 2 zurück in die Unterkunft verlegt, um von dort Einsatzbereich 04 anzufahren.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurden dann noch die hauseigenen Zisternen, des ersten Reihenhauskomplexes mit Strom versorgt, da die Gebäude freigeschaltet waren.

Einsatzbereich 03 = 2 Einsatzstellen
In diesem Einsatzbereich wurde ein durchweichter Damm, gemeinsam mit der Feuerwehr durch Sandsäcken abgedichtet.

Das BRmG unterstützte die Taucher der DLRG bei der Bergung von ca. 40 Fässern mit Salzsäure und Natronlauge aus einer Ablaugerei für Möbel. Die Fässer wurden von den Tauchern geortet und geborgen und mit dem BRmG aus dem überfluteten Bereich gebracht.

Einsatzbereich 04 = 2 Einsatzstellen
In der Unterkunft wurde der Anhänger 3t mit gefüllten Sandsäcken bereitgestellt. Anschließend wurde der Anhänger vom GKW1 abgeholt und nach Friedrichsdorf-Burgholzhausen gebracht. Hier wurde der Anhänger abgestellt und der Feuerwehr zur Verteilung der Sandsäcke mit dem Traktor überlassen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden hier nochmals für einen anderen Einsatzabschnitt weitere Sandsäcke durch den LKW8t bereitgestellt und der Anhänger abgeholt.

Insgesamt wurden ca. 1000 Sandsäcke verbaut.

Schlussbetrachtung

Die Einsätze konnten um 0448 Uhr abgeschlossen werden. An den einzelnen Einsatzbereichen konnte eine hervorragende Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und dem DLRG verzeichnet werden.

Da wir bisher zu Lenzarbeiten nur wenig herangezogen wurden war hier die fehlende Einsatzroutine teilweise zu erkennen. Auch sind gewisse Verbesserungen in den Bereichen der Sandsacklagerung bzw. Neubefüllung notwendig.

Allen beteiligten Helfern spreche ich meinen Dank für die Abwicklung des Einsatzes aus.

 

Text: Wolfgang Reuber

Fotos: Heiko Rohde, Paolo Lacanfora


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