Bad Homburg, 04.03.2006

Ausbildungslehrgang für Sicherheitsausstattung gegen Absturz - 2. Teil

Am Samstag, dem 4. März 2006 fand der 2. Teil des Ausbildungslehrganges für Sicherheitsausstattung gegen Absturz für die Ortsverbände des GFB Frankfurt statt. An der Veranstaltung haben 9 Helfer aus den Ortsverbänden Frankfurt, Friedberg, Heidenrod, Hofheim, Idstein, Neu-Isenburg, Seligenstadt und Wiesbaden teilgenommen.

Zunächst wurde eine theoretische Unterweisung vorgeschaltet, die nachstehende Punkte behandelt hat:

  • Sicherungstheorie
  • Knotentechnik
  • Ausstattungskunde

Aufgrund der notwendigen Ersatzbeschaffung einiger Ausstattungsteile (alterungsbedingt) wurde die Neubeschaffung so modifiziert, dass zumindest je Ausstattungssatz ein Partnersicherungssatz vorhanden ist. Im Rahmen der Ausstattungskunde erfolgte die Vorstellung der modifizierten Teile. Außerdem wurden den Teilnehmer Vorschläge unterbreitet wie die Ausstattung verlastet werden kann, damit sie einsatzgerecht verpackt ist und zeitnah zum Einsatz kommen kann.

Auf der Basis der vorgeschlagenen Packordnung erfolgte die Durchführung der praktischen Anwendung.

Durch den glücklichen Umstand, dass am Vortage ca. 20 cm Neuschnee gefallen war, standen ideale, realistische Übungsbedingungen auf dem Übungsflach- und Satteldach zur Verfügung.

In drei Ausbildungsstationen wurden 3 Vorgehensweisen des Vorstieges bzw. der Einrichtung von Arbeitspositionen geübt. Alle Übungen wurden von allen Helfern absolviert.

Variante 01:

  • Ausstieg aus einem Dachfenster
  • Einrichten eines Verkehrsweges auf einem Satteldach
  • Einrichten einer Arbeitsposition
  • Sichtverbindung zwischen Steiger und Sicherungshelfer

Variante 02:

  • Ausstieg aus einer Gaube
  • Umsteigen auf das Dach
  • Einrichten eines Verkehrsweges auf einem Satteldach
  • Einrichten einer Arbeitsposition
  • Keine Sichtverbindung zwischen Steiger und Sicherungshelfer

Variante 03:

  • Ausstieg mittels Steckleiter über eine Lichtkuppel
  • Einrichten eines Verkehrsweges auf einem Flachdach
  • Nachstieg am Verkehrsweg
  • Ausführung von Schneeräumarbeiten auf dem Flachdach
  • Keine Sichtverbindung zwischen Steiger und Sicherungshelfer

Unter dem Hintergrund der starken Schnellfälle in Bayern, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern, konnten hier unter realen Bedingungen die Verhältnisse auf schneebedeckten Dächern nachgestellt und beübt werden.

Nach Abschluss der praktischen Übungen wurde abschließend der Themenbereich „Prüfung und Dokumentation“ behandelt und dem Teilnehmerkreis als Empfehlung mit auf den Weg gegeben.

Im Bereich der Sicherheitsausstattung ist der 100% Verlass auf die mitgeführte Ausstattung auf den Einsatzfahrzeugen unabdingbar, da an jedem sicherheitsrelevanten Ausstattungsteil „LEBEN“ hängt. Deshalb auch hier immer getreu dem Grundsatz:

„Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“

Fazit:
Allen beteiligten Helfern ist wieder klar geworden, dass die Bewältigung von Einsatzlagen, die es erforderlich machen mit Sicherheitsausstattung gegen Absturz zu arbeiten, so nicht mit der Ausstattung nach STAN möglich ist.

An dieser Stelle geht nochmals der dringende Appell an die Verantwortlichen in der THW-Leitung das Thema PSA gegen Absturz zu überarbeiten.

Für den guten und reibungslosen Ablauf der Veranstaltung möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken. Ein besonderes Lob an unseren Koch Patrick Jandausch für die gute Verpflegung an diesem Lehrgangstag.

Wolfgang Reuber

 

Aus ausbildungstechnischen Gründen ist es möglich das abgebildete Darstellungen nicht immer der realen Einsatzpraxis entsprechen.

Fotos: Helmut Wagner


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