Bad Homburg, 01.06.2005

5. Fortbildungslehrgang für ASS-Helfer*

Ständige Weiterentwicklung der Ausstattung, geänderte Vorschriften und nicht zu unterschätzen, die neu gewonnenen Einsatzerfahrungen, machen es unerlässlich, dass regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt werden.   Die diesjährige Fortbildungsveranstaltung für ASS-Helfer stand unter dem Thema "Einsatztaktik und Einsatzplanung".

Zu Beginn wurde zunächst das Thema Knotentechnik behandelt, da hier erfahrungsgemäß die ständige Wiederauffrischung notwendig ist. Außerdem wurde durch neue Knoten, die ab dem letzten Grundlehrgang neu gelehrt werden, die Ausbildung der schon länger tätigen ASS-Helfer notwendig.

Da Ende 2005 die Ersatzbeschaffung für ein Teil der Ausstattung ansteht, wurden neue Auffanggurte vorgestellt und probeweise angelegt. Die persönliche Meinung eines jeden ASS-Helfers, hier insbesondere bei den Auffanggurten, ist wichtig, da sie die Gurte im Einsatzfall tragen und damit arbeiten müssen.

Fehleranalyse, ein neuer Themenpunkt in der Fortbildungsveranstaltung. Wir alle sind Menschen, und Menschen machen Fehler, aber im Fall der Absturzsicherung können Fehler auch tödlich ausgehen. Um dies zu verhindern bzw. zu minimieren, ist es wichtig aus Fehlern, die unterlaufen sind, zu lernen. Zwei dokumentierte Fallbeispiele dienten hier als Grundlage der Ausbildung.

Aufbauend auf den letzten Fortbildungslehrgang wurde das Thema "Notfallmanagement" tief greifender besprochen.

Als Letzter theoretischer Teil wurde das Thema Einsatztaktik und Einsatzplanung weit reichend erörtert, da dieses Thema auch den Schwerpunkt der praktischen Ausbildung dargestellt hat.

Die anwesenden ASS-Helfer wurden in 2 Teams aufgeteilt und erhielten die Aufgabe eine Einsatzplanung für folgendes Szenario zu erstellen und in einer praktischen Übung, auf dem Übungsflachdach, umzusetzen. Die Aufgabenstellung war vollständig abzuwickeln.

Schadenslage:
Durch Reparaturarbeiten auf einem Flachdach ist ein Brand entstanden, der ca. 24 m2 Dachfläche zerstört hat.

Wetterlage:
Zeitweise Regen mit stürmischen Winden der Stärke 8 (62 - 74 km/h).

Objekt:
Achtgeschossiges Wohnhaus (inkl. Keller 9 Geschosse) mit einem Dachneigung von weniger als 20°. Der Zugang zum Dach kann nur über die Lichtkuppeln im 8. Stock erfolgen.

Auftrag:
Da das Haus bewohnt ist muss das Loch in der Dachfläche verschlossen werden, damit kein weiteres Wasser eindringen kann (Dieser Teil wurde mit realem Material dargestellt, jedoch nicht vollständig handwerklich ausgeführt).

Die Einsatzplanung erfolgt auf Basis der Checkliste "Gefährdungsermittlung" und teilt sich in fünf Unterpunkte auf:

  • Gefährdungsermittlung
  • Entschluss
  • Vorbereitung
  • Endkontrolle
  • Einsatz

Der Schwierigkeitsgrad bei diesem Szenario bestand darin, dass der Zugang zum Dach nur durch die Lichtkuppeln möglich war und das durch den starken Wind alle Einsatzkräfte die auf dem Dach tätig wurden, zu sichern waren. Durch den Umfang der Arbeiten, war es erforderlich, dass zwischen 4 bis 8 Helfer gleichzeitig auf dem Dach arbeiten und damit gesichert werden mussten. Je nach Wahl der Sicherungsmittel (Seillänge) konnte es erforderlich sein, dass aufgrund der Gebäudehöhe, ein Rettungstrupp in Bereitstellung stehen musste. Einsatzdokumentation und Bereitstellung von Ersatzkräften unter dem Kriterium eines fließenden Kräftetausches mussten ebenfalls geplant und umgesetzt werden.

Die Einsatzübung wurde durch das Ausbilderteam Uwe Schenkendorf, Helmut Wagner und Wolfgang Reuber genau beobachtet und dokumentiert. In einer anschließenden Nachbesprechung erfolgte eine genau Analyse der Einsatzabwicklung.

Auch diese Flachdachübung hat wieder gezeigt welch Problematik in dem Thema Befestigungspunkte, Leinenführung und dem Vermeiden von Pendelstürzen steckt.

Wolfgang Reuber

*Ausstattung zur Sicherung der Helfer gegen Absturz bei Arbeiten im absturzgefährdeten Bereichen.

 

Bei der bildlichen Darstellung des Übungsszenarios kann es aufgrund der räumlichen Enge auf dem Übungsdach zu Eindrücken kommen, die nicht oder nur teilweise mit einem realen Einsatzszenario übereinstimmen.

Fotos: Daniel Krebs, Wolfgang Reuber


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